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BERICHTE 2009: L95 JOSEF PREIS 2009

Übersicht

Boot gegen Segel: Knapp gewonnen
Die neue Tradition der Bayerischen Yachtsegler

L95 Josef Preis
Hermann Wimmer bei der letzten Wettfahrt auf dem ersten Spigang. Er musste mehrere Konkurrenten vor sich lassen, holte aber noch mit einem Extremschlag zum zweiten Platz auf.
Foto: © Martin Blum


Die nagelneu gebauten L95-Yachten gastierten mit 11 Teilnehmern am Chiemsee. Das Duell des Bootsbauers Markus Glas (Possenhofen) gegen den Segelmacher der Klasse (Werner Fritz an Board von Hermann Wimmer) fiel knapp zu Gunsten des Vaters der L95, Markus Glas, aus.

Gemütliche vier Wettfahrten mit einem Streicher waren vom Chiemsee Yacht Club und dem Initiator, Dr. Karl Heinz Weiss, angesetzt. Am ersten Tag war es auch noch gemütlich. Wettfahrtleiter Albert Leicht entführte die elf teilnehmenden Yachten vom Ammersee, Starnberger See und vom Chiemsee in einen leichten Windhauch südwestlich der Herreninsel. Die ersten beiden Wettfahrten wurden bei wenig Wind noch verkürzt oder der Kurs wurde verlegt. Die Hauptgegner vom Hermann Wimmer (Chiemsee Yacht Club) mit Werner Fritz (Segelmacher) an Bord war Christoph Junker vom Bayerischen Yacht-Club mit seinem Präsidenten Dr. Jean-Laurent Risterucci.

Doch der zweite Tag startete um neun Uhr mit um die vier Beaufort bei tadellosem Sonnenschein. Die graziösen L-Boote kamen in der spritzenden Gischt der Wellen und mit wehenden Segeln richtig zur Geltung und waren die Könige auf dem See. Hart an der Grenze des gewohnten Segelns refften die meisten Mannschaften - auch der führende Christoph Junker. Reffen war aber für die Hauptakteure des zweiten Tages kein Thema. Ins Spiel griff nun Markus Glas (Yachtclub Possenhofen/ Starnberger See) ein. Er peitschte sein Boot Seite an Seite mit Hermann Wimmer über den Parcours südlich der Herreninsel, arbeitete sich aus der Zange Wimmers heraus und ging mit ein paar Bootslängen Vorsprung auf den ersten Spigang.

Nicht alle folgten und setzten das bei L-Booten wahrlich große Vorwindsegel. Ab Platz fünf erinnerte man sich, dass man die schicke Yacht ja nicht nur für eine gute Platzierung, sondern auch zum Genießen in Auftrag gegeben hatte und ersparte Mannschaft und Material ein Risiko in den Böen bis zu sechs Beaufort.

Doch schneller machte das auch nicht und die Konzentration war offenbar ein wenig eingeschränkt, denn vier Boote fuhren an der letzten Leeboje vorbei und wollten direkt ins Halbwind-Ziel fahren. Im letzten Moment erkannte dies einer nach dem Anderen. Die fast zehn Meter langen Yachten wirbelten um ihre eigene Achse, die Segel flogen über Mittschiffs und jeder versuchte noch schnell die fehlende Boje zu erlangen. Dabei zog das Ruder Georg Vitzthum kopfüber vom eigenen Boot ins Wasser. Er wurde jedoch gleich wieder von seiner Mannschaft geborgen.

Bei der letzten Wettfahrt war klar, dass es nur noch um Wimmer und Glas ging. Beide schnitten ihre Kreuz zuerst nach links, auf einen Winddreher in die gleiche Richtung wartend. Doch er kam nicht. Konsequenter wartete Wimmer, umso mehr verlor er zur Luvboje. Glas in Führung sehend, entschied er sich aber als einziger bei der zweiten Kreuz wieder für die Hoffnung auf den Linksdreher und hatte endlich Glück. Seine verlorene Platzierungen holte er wieder ein und kam als zweiter, knapp geschlagen von Glas, ins Ziel.

Dr. Peter Wacker entschied sich, als letzter auf den Spigang gehend, das Feld von außen zu attackieren. Er fuhr mit frischem Wind weit um seine Konkurrenten herum und erreichte mit einem Schlag wieder Platz fünf.

Die L-Boote werden seit ein paar Jahren nach einer Idee aus Possenhofen wieder in alter Tradition hergestellt. Klassischer Riss, innerhalb der Klassenformeln optimiert, mit schnellem Spatenruder versehen und mit modernem Rigg sind sie nun die Yachten Nr. 1 in der Regattaszene. Schön wie der Drachen, majestätisch wie Scherenkreuzer und modern wie Sportboote.




Endergebnis

Fotostrecke


Text: Martin Blum

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