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BERICHTE 2009: GERMAN OPEN MELGES 24

Übersicht

German Open Melges 24
Rudi Houdek erkämpft knappen Sieg

German Open Melges 24
Der Start der besten Deutschen Melges 24 Segler war jedesmal denkbar knapp - in der Mitte der Breitbrunner Markus Reger (Segelnummer 543) - Foto: Tobias Grill

Starker und damit bester Wind, härteste Konkurrenz und sehr gute Wettfahrten am Chiemsee Yacht-Club nutzten die zahlreichen Segelasse Deutschlands um den besten Kielyachten-Segler zu küren. Rudi Houdek vom Bayerischen Yachtclub/ Starnberger See war Favorit und bewies die Erwartungen mit knappem Vorsprung.

Ihm auf den Fersen war Oliver Schwall, bekannt als Tornado-Weltmeister von 1993. Doch Rudi - er ist selbst Deutscher Spitzensegler im Drachen gewesen - verstärkte sich mit seinem Clubkameraden Ilja Wolf (Weltmeister im FD 1994) und patzte nur bei Wettfahrten mit stark drehenden Winden. Die internationale Teilnehmerschaft war hochkarätig: Riccardo Simoneschi aus Italien (Sieger der Austrian Open und Key-West Open in der Melges, sowie Eigner und Steuermann der TP52 "AudiQ8"), Michael Marcour (Silbermedaillengewinner der olympischen Spiele in Los Angeles), Christian "Kicker" Schäfer (mehrfacher Weltmeister) und viele anderen Boote mit Olympioniken und Weltmeistern aus Italien, Slowenien, Tschechoslowakei, Österreich und der Schweiz an Board.

Die viertägige Regatta startete mit einem Donnerschlag. Gleich zum Start frischte der Wind von vier auf knatternde sieben Beaufort auf. Während die Sturmwarnung am See lokal eingeschalten wurde und angeblich höchste Gefahr signalisierte, hatte das Regattafeld der Melges 24 maximalen Spass. Bei 17 Knoten Gleitfahrt rauschten die 23 teilnehmenden Teams unter Genaker zur Leeboje, luvten an und schnitten sich wieder den Weg durch die Wellen (der Länge und Größe nach wie auf hoher See) nach Luv.

Drei Mannschaften kenterten zwar, nahmen das Rennen teilweise aber sofort wieder auf. Sogar die mit allen Wassern gewaschen Profis hatten ein breites Lächeln auf den Lippen angesichts des Windes.

Die Crew um Wettfahrtleiter Richard Brandl stellte sich der Herausforderung, bei über 30 Knoten Wind und 50m Seetiefe den Kurs gegen den Wind zu halten. DBrandl startete sogar gleich noch eine weitere Wettfahrt bei dem wieder auf sieben Beaufort anschwellenden Starkwind und konnte sich des unvergesslichen Dankes der Segler sicher sein.

An den nächsten Tagen blies es nochmals in einem Schauer bis zu sechs Beaufort, ansonsten wurde der Wind im Verlauf zur Brise und damit immer weniger. Die letzten der neun Wettfahrten wurden südlich der Herreninsel bei nur noch zwei Beaufort beendet.

Die Melges 24 segelten sehr eng zusammen. Der Up- and Downkurs war an Luv- sowie an Leeboje zu eng, um die Übersicht zu behalten. Die Mannschaften gingen in bis zu 5 Reihen gleichzeitig um die Bojen, ließen sich gegenseitig aber nicht mehr als wenige Zentimeter für den in den Regeln vorgeschriebenen Raum zum manövrieren. Schiedsrichter Gernot Schreiber hatte viel zu beobachten und zu notieren, doch es wurde noch alles auf dem Wasser geregelt und jeder Regelverstoß wurde freiwillig durch eine Ersatzstrafe (Vollkreis) entlastet.

Als Premiere wurde das Rennen mittels GPS "track my race" live in den Hafen auf eine Leinwand übertragen, so dass man dort die aktuelle Platzierung und sogar die taktischen Tricks und Verfehlungen besser als auf dem Wasser erkennen konnte.

Am Start waren vier lokale Teams: Die Initiatoren Frithjof Ohin und Knud Jansen, der sich von Michael Marcour und dem Priener Segelmacher Werner Fritz verstärken liess; Sowie Jürgen Fuchs und Markus Reger, der das beste Ergebnis für den Chiemsee ersegelte. Nächste Stationen für die Melges 24 sind Travemünde, Gardasee und Hyères.




Endergebnis

Fotoserie


Text: Martin Blum

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