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BERICHTE 2008: AUDI SOLING MASTERS WM / 36. OMEGA-CUP 2008 |
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Audi Soling Master Weltmeisterschaft am Chiemsee Soling but Goldies ![]() Startschuss erste Wettfahrt bei Ostwind: Die Favoriten Koch (GER 300) und Wossala (HUN 77) ketteten sich sofort aneinander, um sich gegenseitig zu kontrollieren - Foto © 2008 Martin Blum Die ehemals olympische Soling hat ihre Segler nicht verloren. Sie sind zwar älter, aber auch erfahrener geworden und haben nichts vom Wettkampfwillen eingebüßt. Am Chiemsee durfte die Region der Audi Master-Weltmeisterschaft beiwohnen, an der 11 Nationen am Start waren und auch noch ein einheimisches Team auf den Podest kam. Über 50 muss der Steuermann sein und das Gesamtalter der dreiköpfigen Crew mindestens 120. Das ist der einzige Unterschied zur normalen Weltmeisterschaft. Und da eine Woche zuvor in Ungarn die Euro war, kamen auch alle Größen zum Omega-Cup an den Chiemsee Yacht Club. Wettfahrtleiter Josef Resch schwitzte schon sehr, da bei steigenden Temperaturen zwei Tage lang keine Wettfahrt zusammen ging. Doch am dritten und vierten Tag konnte er beherzt jeweils drei Wettfahrten anschiessen und auch regulär beenden. Bei erst leichtem, dann sogar einmal Ostwind mit knapp 3 Beaufort, zeigte sich der Chiemsee von der gewohnt lieblichen, sanften Seite. Wieder versöhnt waren die Segler, denn die Windrichtung war stabil, der See frei von Hindernissen und bestes Wetter. Die Mannschaft Roman Koch, Max Koch und Gregor Bornemann war klar das Lokalmatadorschiff, auch wenn sie eher Starkwindspezialisten sind. Die Kochs initierten die Veranstaltung und leiten die Klassenvereinigung der Soling. Der Schwergewichtige Roman Koch genoss es sichtlich, dass er für bessere Leichtwindeigenschaften seiner Mannschaft schon 20 kg abgenommen hat und dafür viel Anerkennung erntete. So war es auch hart, gegen eine endlose Liste an Europameistern, Weltmeistern, Olympiateilnehmern in einer der ehemals umkämpftesten Segelklassen anzutreten. Doch zwei dritte und ein erster Platz in den sechs Wettfahrten reichten zu einem traumhaften dritten Gesamtplatz aus. Gesegelt wurde scharf und die Jury, bestehend aus Martin Köhle, Christine Völklein und Christian Wöhrer hatten fast mehr zu tun als der Wettfahrtleiter. In der ersten Wettfahrt wendete der Italiener Virgilio Cadei gleich nach der Leetonne vor einem nachfolgenden Konkurrenten - zu knapp befand die Jury und disqualifizierte ihn. Thomas Scherer vom Bayerischen Yacht-Club passierte in der dritten Wettfahrt ein Missgeschick. Er wollte auf der Kreuz den Kochs ausweichen, fuhr hinter ihrem Heck vorbei und übersah dabei einen weiteren Gegner, konnte seine Notwende nicht so schnell zu Ende führen, dass es nicht zum leichten Krach zwischen den Booten gekommen wäre. Brav und geschockt führte er seine 360 Grad Ersatzstrafe durch. Nichtwissend, dass auf der Weltmeisterschaft 720 Grad, also zwei Vollkreise, verlangt waren. Der Niederländer Rudy den Outer zeigte ihn dann an. Scherer hatte jedoch den Charakter und gab sogar noch vor der Protestverhandlung auf, was ihm viele Sympathien bei den Gegnern einbrachte. Rudy den Outer hingegen selbst wurde von der Jury am nächsten Tag in der vierten Wettfahrt disqualifiziert, da er am Zielschiff die Regel des 2-Bootslängenkreises fehldeutete und für sich nutzen wollte. Da stets sehr aggressiv gesegelt wurde, gab es etliche Frühstarts, einmal sogar einen allgemeinen Rückruf. Einige Frühstarter sahen auch nicht ein, dass sie ihren Bug zu weit im Wind hatten und wurden disqualifiziert. Ein voller Erfolg war die Regatta nicht nur für den Chiemsee Yacht Club und die hochkarätigen Sieger, sondern für alle Teilnehmer. Die Ergebnisliste liest sich wie ein Who-Is-Who der olympischen Klasse. So hat auch der Trainer der Clubjugend, Leopold Fricke, einfach mal die Aufgabe an seine Schützlinge gestellt, Autogramme von Olympiateilnehmern, Weltmeistern und Europameistern zu sammeln. Sie waren lange beschäftigt. Ergebnis (29 Mannschaften):
Martin Blum |
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